Kaja Silverman

Kaja Silverman wurde am 16. September 1947 geboren und ist bekannt als US-amerikanische Filmkritikerin, Kunsthistorikerin, Autorin und Femininsten.

2010 wurde sie von der University of Pennsylvania als Professorin berufen, um am kunsthistorischen Institut Rhetorik-, Film- und Kunstgeschichte zu lehren. Zuvor lehrte sie schon an zahlreichen anderen Universitäten, darunter die Yale und Brown University.

Bisher wurden neun Bücher von ihr veröffentlicht. Wir lernten sie durch ihren Beitrag „Dem Blickregime begegnen“ kennen. Herausgegeben wurde dieser im Sammelband „Privileg Blick – Kritik der visuellen Kultur“ von Christian Kravagna im Jahr 1997.

Am Beispiel der „Film Stills“ von Cindy Sherman zeigt Silverman auf, dass kulturelle Gegebenheiten in der Darstellung und Selbstinszenierung (Pose) in Fotografien, Filmen und Video zu erkennen sind. Am ausdruckstärksten sind Fotos, wobei Filme und Videos durch die ‚Paus-Funktion‘ auch zum Standbild werden können.

¨Kurzum, die Kamera dokumentiert nicht einfach nur die Pose: Die Pose selbst nimmt die Sprache des Standphotos dermaßen in Anspruch, daß sie, würde sie auch nie photographisch aufgezeichnet, das photographische Aquivalent eines >tableau vivant< darstellt. Da die Szene und die Schauspieler, die das Standphoto komponieren, sich um das Standphotos willen zusammenfinden, ist die Kamera Teil des Werkes¨.

(Silverman 1997, 51)

 

Silvermans Interpretation der Shermans Frauen, deutet darauf hin, dass der Blick veränderlich ist und je nach kulturellen Rahmenbedingen geprägt. Durch die Art und Weise, wie Bilder wahrgenommen werden, so kann sich auch die Norm und das gesellschaftliche Schönheitsideal verändern.

Sherman bspw. inszeniert ihre Models so, dass sie makelhaft wirken, sie sind nicht perfekt. Sie versucht damit zum Ausdruck zu bringen, dass es nicht darum ginge perfekt zu sein, denn nach Winnicot reicht „genügend gut“.

Letztendlich entscheidet das Blickregime, also das Anschauen mit einer (unbewussten) Erwartung und das Sehen mit (unterbewussten) Vorannahmen, darüber, was den gesellschaftlichen Norm- und Idealvorstellungen entspricht, und was nicht.

Mit dieser Erkenntnis reicht Kaja Silverman uns eine Methode an die Hand, die freilich einige von uns zur Erklärung gesellschaftlicher Phänomene heranziehen werden.

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