Protokoll vom 20. April 2016

Anwesende: Alev, Mareike, Merle

Michel Foucaults: Die Ordnung des Diskurses

Besprechung der Antrittsvorlesung Foucaults „Die Ordnung des Diskurses“ im Rahmen des Lektürekurses.

Zunächst soll ein Überblick über den Begriff des Diskurses gegeben werden. Hierzu wird empfohlen sich Hanelore Bublitz „Diskurs“ anzuschauen, weil sie eine verständliche Begriffserklärung leistet.

In der Diskursanalyse werden – grob gesagt – durch das Sprechen (den Diskurs) Objekte hervorgebracht. Dabei wird eine eigene Dynamik semantischer und kultureller Praktiken angenommen.

Am Beispiel „Hysterie“ wird auf die Wissensgenerierung jener Zeit eingegangen.

Foucault stellt die Hypothese auf:

In jeder Gesellschaft wird die Produktion des Diskurses zugleich kontrolliert, selektiert, organisiert und kanalisiert – und zwar durch gewisse Prozeduren, deren Aufgabe es ist, die Kräfte und die Gefahren des Diskurses zu bändigen, sein unberechenbar Ereignishaftes zu bannen, seine schwere und bedrohliche Materialität zu umgehen. (S. 10)

Was sind in diesem Zusammenhang die Gefahren des Diskurses?

Als Bsp. wird genannt:

– Krankenhäuser (Im Diskurs der Medizin gelangt eine Information in eine Disziplin, in der sie verehrende Folgen hat. Bsp. Hysterie)

– descence Praktiken: das Ungesagte (Verbotene) sehbar und hörbar machen. Bsp.: Filmemacher veröffentlicht durch die Produktion seines Filmes unsagbares Material und macht es so sagbar.

Der Diskurs ist insofern unberechenbar, da im Vorfeld ungewiss ist, welches Wissen produziert wird.

Und an sich gibt es die Wahrheit nicht, sie ist ein gesellschaftliches Produkt.

Foucaults Machtbegriff:

– ist produktiv

– von allen Richtungen denkbar

-> Insofern ist Macht etwas Produktives, was Wissen hervorbringen kann.

Externe Prozeduren
  1. Verbot des Wortes

    „man weiß, dass man nicht das Recht hat, alles zu sagen, daß man nicht bei jeder Gelegenheit von allem sprechen kann, daß schließlich nicht jeder beliebige über alles beliebige reden kann.“ (S.11)

    Tabu des Gegenstandes, Ritual der Umstände, Recht des sprechenden Subjekts

  1. Grenzziehung

    Das „Wort des Wahnsinnigen“ kann „ins Nichts fallen“ oder „eine vernünftigere Vernunft als die der vernünftigen Leute“ offenbaren. (S. 12)

  2. WILLE zur Wahrheit

    „Der wahre Diskurs, den die Notwendigkeit seiner Form vom Begehren ablöst und von der Macht befreit, kann den Willen zur Wahrheit, der ihn durchdringt, nicht anerkennen und der Wille zur Wahrheit, der sich uns seit langem aufzwingt, ist so beschaffen, daß die Wahrheit, die er will, gar nicht anders kann, als ihn zu verschleiern.“ (S.17)

Interne Prozeduren
  1. Kommentar

    Er muß […] zum ersten Mal das sagen, was doch schon gesagt worden ist, und muß unablässig das wiederholen, was eigentlich niemals gesagt worden ist.“

    Das Neue ist nicht in dem, was gesagt wird, sondern im Ereignis seiner Wiederkehr.“

  2. Autoren-Identität

    Der Autor ist dasjenige, was der beunruhigenden Sprache der Fiktion ihre Einheiten, ihren Zusammenhang, ihre Einfügung in das Wirkliche gab.“ (S. 21)

  3. Disziplin (Verortung, Art und Weise, Dinge zu betrachten)

    Ein Satz muß aber auch begriffliche und technische Instrumente verwenden, die einem genau definierten Typ angehören.“

Verknappung der sprechenden Subjekte

Niemand kann in die Ordnung des Diskurses eintreten, wenn er nicht gewissen Erfordernissen genügt, wenn er nicht von vornherein dazu qualifiziert ist.“ (S. 26)

Bsp. Uni: Wer gibt den Ton an?

-> wissenschaftliche Leitung

-> Gewisse Prämissen müssen erfüllt werden, um Beiträge leisten zu können.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s