Protokoll vom 13. April 2016

 

Besprechung des Mieke Bals Texts: „Wandernde Begriffe, sich kreuzende Theorien – Von den cultural studies zur Kulturanalysen
Unter der Berücksichtigung der ‚Grundfragen zur Erschließung von Texten‘:

 

  1. Problemstellung

Bal empfindet den Begriff der cultural studies an ungenügend, daher schlägt sie den Begriff der Kulturanalyse vor.

Ungenügend ist der Begriff der cultural studies, weil er drei zentrale Probleme mich sich bringt:

– Erstens sei es den cultural studies nicht gelungen eine eigene Methodologie zu entwickeln.

– Zweitens würden sie eine binäre Struktur schaffen, weil es ihnen nicht gelungen sei die „Kluft zwischen les anciens und les modernes zu überwinden“ (Bal 2002, 8).

– Drittens könnte die Fundierung der cultural studies an den Universitäten finanzielle Auswirkungen haben, da sie keine eigene Methodologie besitzen.

 

  1. Wer ist die Autorin?

Mieke Bal ist eine niederländische Literatur – und Kulturwissenschaftlerin. 1991 – 2011 lehrte sie an der Universität Amsterdam, wo sie 1991 die Kulturwissenschaften (Amsterdam School for Cultural Analysis, Theory and Interpretation, ASCA) gründete.

In diesem Text fasst sie selbst kurz zusammen: Sie hat im Bereich der französischen Literatur gearbeitet, der vergleichenden Literaturwissenschaften, der Frauenforschung, der Bibelforschung und der Kunstgeschichte – und in Bezug auf ihre Schriften hat sie sich Wissen der Philosophie, der Anthropologie und der Wissenschaftsgeschichte angeeignet.

Dabei haben sich für sie drei zentrale Begriffe etabliert: Begriffe, Intersubjektivität und kulturelle Prozesse.

 

  1. Die Struktur des Textes

Wissenschaftlicher Text zur Argumentation und Etablierung der Kulturanalysen:

In der Einleitung – Schilderung der Problemlage.

Im weiteren Verlauf argumentiert die Autorin für die Etablierung der ‚Kulturanalyse‘ an den Universitäten und der Ablösung der cultural studies. Bal führt drei zentrale Probleme der cultural studies auf. Als Gegenstand der Kulturanalyse bestimmt sie drei Gebiete: Begriffe, Intersubjektivität und kulturelle Prozesse, welche die Probleme der cultural Studies zu lösen vermag.

 

  1. Zentrale Begriffe im Text

Begriffe: In der Konfrontation mit kulturellen Objekten können Begriffe historische und kulturelle Unterschiede aufzeigen.

Begriffe stehen in einem stetigen Wandel.

„Im Umkreis der Begriffe kann die Kulturanalyse (…) einen Konsens erzielen, der sich mit der pragmatischen Konsistenz vergleichen ließe“ (S. 12f).

-> Erörterung von Begriffen als Alternativbasis

-> „Zentralität der begrifflichen Reflexion“

-> „programmatisch und normativ“

-> Ihr Gebrauch erzielt bestimmte Wirkungen

-> Stehen mit Tradition zusammen

-> Unterschiedliche Sinnhaftigkeit von dem Verständnis von Begriffen (-> Intersubjektivität)

Intersubjektivität: „(…) ein Anliegen, das Verfahren mit Macht und Ermächtigung verknüpft, mit Pädagogik und der Vermittelbarkeit von Wissen, mit der Ausschließung und Integration“ (S. 9).

„Begriffe sind die Werkzeuge der Intersubjektivität“ (S. 10).

Kulturelle Prozesse: Bezüglich des Wandels. Objekte etablieren sich in die Kultur, welche Bedeutung / welchen Sinn die Objekte haben, hängt von der Intersubjektivität der Begriffe ab.

 

  1. Zentrale Thesen / 6.) Begründung der Thesen

a) Eine Umbenennung der cultural studies in Kulturanalysen kann eine Lösung der drei zentralen Probleme des cultural studies sein. (S. 13)

b) „Sind Theorie und eingehende Analyse in der Praxis der Kulturanalyse nicht der einzige Prüfstand für Methodologie wie Relevanz?“ (S. 17)

– methodologische Verschärfung

– wandernde Begriffe

– Die Erörterung von Begriffen ist eine methodologische Alternativbasis für die cultural studies.

-> „Zentralität der begrifflichen Reflexion“ (S. 13)

– „Das Objekt bestimmt die Methode“

– „Begriff“ und „Konzept“ kann auch eine Methode werden.

– Theoretische Analyse des Phänomens

-IDEE des „travelling concepts“ (‚wandernde Begriffe‘)

 

  1. Wogegen wendet sich die Autorin in ihrem Ansatz

Gegen die cultural studies, indem sie einen Lösungsweg entwickelt, wo die Kulturanalysen die cultural studies ablösen sollen.

 

  1. Quellen / Bild-Text-Verhältnis

Quellen nur in Bezug auf Literaturverweise.

 

  1. Ästetik des Textes

Der Text ist komplex, wissenschaftlich, mit einer klaren Positionierung der Autorin.

 

  1. Neuen Perspektiven des Textes

Mieke Bal: „Ich als professionelle Theoretikerin möchte behaupten, daß Theorie im Bereich der Kulturforschung nur dann Sinn haben kann, wenn sie in enger Interaktion mit den Objekten, um die es ihr geht, zum Einsatz gebracht wird“ (S. 18).

– „In sachnaher, detaillierter Analyse erprobter Begriffe können eine Art von Intersubjektivität herstellen, die nicht nur zwischen dem Analytiker und seinem Publikum besteht, sondern auch zwischen dem Analytiker und seinem >>Objekt<<“ (ebd.).

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